Was ist Industriewirtschaft?

Industriewirtschaft ist im Prinzip das Verbindungsstück zwischen der klassischen Betriebswirtschaft und den theoretischen sowie praktischen Elementen aus den Naturwissenschaften und vor allem Technik. Industrie ist ein wichtiger Zweig der Wirtschaft, dieser ist durch eine Gewinnung, Be- und Verarbeitung von Rohstoffen, Halbfabrikaten sowie von Gütern charakterisiert.

Was steckt hinter der Industrie

Der Begriff Industrie kommt vom Leitanischen industria und bedeutet Betriebsamkeit und Fleiß.

In Fabriken und Anlagen wird die Produktion und Verarbeitung von physischen Gütern und Waren vorangetrieben. Im Vergleich zu handwerklicher Produktionsform herrscht in der Industrie ein hohes Maß an Mechanisierung sowie Automatisierung. Somit hat die industrielle Produktion höhere Kapitaleinsätze allein durch die Räumlichkeiten (Fabrik, Anlage), aber auch durch den Einsatz der speziellen Maschinen, Programmen und so weiter. Außerdem ragen hier höhere Arbeitsteilungen und Spezialisierungen heraus, wenn man an die Leitung und Fertigung denkt. Hinzukommen auch die größeren Fertigungsstückzahlen.

Dank des modernen technischen Fortschritts können dieselben Produktionsstücke in konstanter Qualität schneller und, was noch wichtiger ist, preiswerter hergestellt werden.

Hier sollte zwischen Investitionsgütern, also den Produkten, die wiederum zur Produktion von anderen Gütern verwendet werden, und Konsumgütern, sprich die Ware, die für den Endverbraucher hergestellt wird, unterschieden werden.

Sobald die Entwicklung und Durchsetzung des Prozesses der industriellen Produktion vorangetrieben wird, spricht man von einer Industrialisierung.

Andere Verwendung des Begriffes Industrie

Es gibt einige Branchen, in deren Bezeichnung ebenfalls Industrie vorkommt, jedoch die Kennzeichnungen der oben beschriebenen klassischen Industrie nicht inne haben. Hierzu zählen die Tourismus-, Musik- oder Unterhaltungsindustrie. Folgende Gründe könnten zu der Nutzung geführt haben:

  • Falsche Übersetzung und Fehlinterpretation des Wortes aus dem Englischen (industry), welches auch als Branche und Wirtschaftszweig, selbstverständlich auch als Industrie verstanden wird.
  • Der Autor möchte lediglich einen negativen Anschein hinterlassen, ganz nach der Vorstellung einer Massenproduktion.
  • Der Autor möchte eine positive Vorstellung hinterlegen, um bewusst ein hohes Niveau der Automatisierung der Industrie in der entsprechenden Branche zur Erscheinung zu bringen.

Industrieland

Industrieland als solcher Begriff lässt sich nicht allgemein anerkannt und international homogen definieren. Allerdings hat der Begriff einen dazu passenden Ausdruck, nämlich Entwicklungsland. So wie die Industrie sich an bestimmten Charakteristikum erkennen lässt, so glt dies auch für ein Indestrieland:

  • Ein hohes Pro-Kopf-Einkommen (das Bruttoinlandprodukt [BIP] verrät hierzu mehr) ist das Hauptkriterium.
  • Das Industrieland erkennt man an einer sehr guten Gesundheitsversorgung und dem Wegfall Mangelernährung, der sich in einer tiefen Kindersterblichkeit und einer hohen Lebenserwartung zeigt.
  • In einem Industrieland herrscht ein hohes Bildungsniveau der Bevölkerung. Das zeigt sich besonders in dem hohen Alphabetisierungsgrad.
  • Starke Industrie- und Dienstleistungssektoren sind ebenfalls in einer Industrienation zu finden.

Weitere Faktoren sind unter anderem Arbeitslosigkeit, ein marktwirtschaftliches System, recht hoher allgemeiner Lebensstandard und eine gewisse staatliche Einkommens- und Vermögensumverteilung. Diese sind aber nicht unbedingt nur für ein Industrieland typisch, denn diese Faktoren treten auch in anderen Ländern auf. Als letztes ist zu sagen, dass ein Industrieland durch ein säkularen und demokratischen Staat mit Gewaltenteilung auffällt.

Industriezweige

Interessant an der Industrie ist die Tatsache, dass es verschiedenartige Industriezweige gibt, die weltweit eine industrielle Produktion verbreiten.

Die ISIC (International Standard Industrial Classification) der UNO und die NACE (Nomenclature générale des activités économiques) der Europäischen Union sind die nennenswerten Klassifikationssysteme zur Einteilung in die entsprechenden Branchen.

Nun folgt ein kurzer Überblick, über die bedeutenden Industriezweige:

Montan- und Schwerindustrie Recycling- und Abfallindustrie Holz- und Korkartikel
Metallindustrie

·       Eisen- und Stahlindustrie

·       Kleineisenindustrie

·       Maschinenbau und Ausrüstung

·       Automobilindustrie und Fahrzeugbau

·       Luft- und Raumfahrtindustrie

·       Schiffbauindustrie

·       Elektroindustrie

·       Büromaschinen

·       Radio- und Fernsehgeräte

·       Feinmechanik-, Optik- und Uhrenindustrie

Chemische Industrie

·       Mineralölindustrie

·       Zementindustrie

·       Glasindustrie

·       Kunststoffindustrie

·       Papierindustrie

·       Pharmazeutische Industrie

Konsumgüter- und Leichtindustrie

·       Lebensmittelindustrie

·       Tabakindustrie

·       Textilindustrie

·       Bekleidungsindustrie inklusive der Pelz- und Lederwaren

·       Möbelindustrie

·       Spielwarenindustrie

·       Druckindustrie

·       Computerindustrie

 

Weiterführende Themen

Großindustrie

Diese ist ebenfalls ein Industriezweig. Die Merkmale für diesen sind neben der Mechanisierung und Automatisierung insbesondere die Massenproduktion und damit verbundene regelmäßige Produktion, gewaltiger Technologisierungsgrad, Arbeitsteilung, Standardisierung, Normung sowie Produktaustauschbarkeit und Produktion auf Vorrat für einen noch unbekannten Absatzmarkt.

Industrieforschung

Industrieforschung ist ein Spektrum der Wissenschaft und beschäftigt sich auf wissenschaftlicher Basis mit praktischen Fragestellungen des industriellen Standes. Dabei sind die Auftraggeber dementsprechend aus der Industrie. Für junge Forscher und Forscherinnen gibt es zahlreiche lukrative Stiftungen und Wettbewerbe. Damit erhofft man sich neue Innovationen auch unter Studierenden anzukurbeln.

Industriepolitik

Industriepolitik ist wiederum ein Zweig der Wirtschaftspolitik. Hier werden alle wirtschaftspolitischen Maßnahmen eines Staates, die sowohl auf die Struktur wie auch die Entwicklung eines Industriezweiges operieren, erfasst.

Industriepolitik kann einen großen Einfluss auf den Industrialisierungsprozess haben, indem diese entweder den Strukturwandel fördert oder Exporthilfen bereitstellt. Allerdings kann die Industriepolitik auch auf ungewünschte Differenzierungswirkungen eines Industrialisierungsprozesses reagieren, indem diese Erhaltungsmaßnahmen durchführt oder Anpassungshilfen vorschlägt und bereitstellt.

Industriedenkmal

Wie der Begriff bereits andeutet, geht es hier um ein Denkmal, meist eine Industrieanlage, die als Zeugnis der Entwicklungsvergangenheit darstellt und gar unter Denkmalschutz stehen kann. Der Sinn dahinter ist das technische Denkmal als Erinnerung an die industrielle Geschichte zu wahren.